Internationale Wochen gegen Rassismus:

Mittelschule Kirchberg v.W. zeigt Haltung

Rassismus ist in der heutigen Zeit, gerade durch das Erstarken rechtsradikaler Parteien oder Gruppierungen, vermehrt „in Mode gekommen“. Daher wird in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus durch zahlreiche Veranstaltungen ein Zeichen gegen Rassismus und für eine offene, vielfältige und friedliche Gesellschaft gesetzt. An den Aktionen des Kreis- und Stadtjugendrings Passau beteiligte sich auch die Alfons-Lindner-Mittelschule Kirchberg v.W. mit mehreren Beiträgen.

Zur Aktion „Haltung zeigen gegen Ausgrenzung“ schrieben die Schüler der Klasse 9aM unter der Begleitung der Lehrerinnen Christina Lang und Birgit Enzl Drehbücher, die vom Filmemacher und Regisseur Benjamin Strobel aus Aicha v. W. in Filmclips umgesetzt wurden. Beim Clip „War doch nur Spaß“ wird Alltagsrassismus thematisiert, wobei bei scheinbar harmlosen Sprüchen und Witzen unter Jugendlichen gefeixt wurde, von denen sich aber eine Mitschülerin mit (gespieltem) Migrationshintergrund herabgesetzt und verletzt fühlte. Beim Clip „Du gehörst nicht hierher – oder doch?“ wurde die Mitschülerin beim Pausenverkauf verdächtigt, Geld von der Ladentheke genommen zu haben, was aber nicht stimmte. Hintergrund war, nicht wegzusehen, sondern zur Mitschülerin zu sagen „Setz dich doch zu uns“. Beim Clip „Unsichtbar“ steht ein Schüler im Mittelpunkt, der im Schulalltag übersehen wird. Mitschüler setzen ein kleines Zeichen des „Wahrnehmens“ und bitten ihn um eine Kostprobe seiner Pausenmahlzeit, die er ihnen gerne abgibt. Hier wird deutlich, wie viel Menschlichkeit in kleinen Zeichen des Wahrnehmens und Aufeinander-Zugehens steckt. Nachdem die jungen Schauspieler die Clips das erst Mal sahen, verstanden sie erst, was Rassismus und Ausgrenzung von Mitmenschen für diese bedeutet und betonten, sie möchten gerne die ganze Schulgemeinschaft zum Anschauen der Filmclips einladen und mit ihnen über Rassismus und Ausgrenzung, aber auch über Zivilcourage und Menschenwürde ins Gespräch zu kommen.

In einer weiteren Aktion stellte Pfarrer Markus Krell das Misereor-Hungertuch der Misereor-Fastenaktion 2026 unter dem Titel „Liebe sei Tat“ vor. Es zeigt in eindrucksvoller Bildsprache die Spannungen in der Welt zwischen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und der Sehnsucht nach Menschlichkeit. Es lädt dazu ein, es nicht nur zu betrachten, sondern Verantwortung zu übernehmen und Nächstenliebe konkret werden zu lassen. Für den engagierten Geistlichen ist Gastfreundschaft ein zentrales Element des Christentums und Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen ist mit dem christlichen Verständnis nicht vereinbar. Er nahm Bezug auf das kleine Schlauchboot auf dem Hungertuch, das bereits voll ist. Seine Prämisse dazu ist „Dann müssen wir eben ein neues Boot bauen“.

In der Aktion „Figuren für Frieden und Grundrechte“ fertigten die Schüler der Ethikgruppe 9/10 mit Lehrerin Edith Unfried eine Ausstellung mit lebensgroßen Pappfiguren und setzten sich mit der Goldenen Regel auseinander, die für das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft eine wichtige Grundlage bildet. Im Mittelpunkt ihrer Recherchen standen dabei das Diskriminierungsverbot sowie die Begriffe Extremismus, Terrorismus und Antisemitismus.

Den Schülern ist durch diese Projekte bewusst geworden, dass Respekt und Würde jedes Menschen an erster Stelle stehen müssen, so Rektor Jochen Geiling.

 

Gruppenfoto und Text: H. Schauer (PNP vom 08.05.2026)

Foto (Schülervortrag in Aula): Ch. Lang

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